Zinseszins Rechner

Zinseszins nach Endkapital, Startkapital, Zinssatz oder Laufzeit auflösen – mit wählbarer Zinsperiode.

Zuletzt aktualisiert: 12. Oktober 2026 · Geprüft von der ProzentHilfe-Redaktion

Auf den Punkt gebracht

Beim Zinseszins werden Zinsen dem Kapital gutgeschrieben und in der Folgeperiode mitverzinst — Geld wächst dadurch exponentiell statt linear. Formel: Endkapital = Startkapital × (1 + Zinssatz ÷ 100)Laufzeit.

Kn = K0 × (1+i)ⁿ · Startkapital, Zinssatz und Laufzeit eingeben.

Endkapital
–

Rechenweg

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Unverbindliche Berechnung vor Steuern (Abgeltungssteuer) und Gebühren – keine Anlageberatung.

Zinseszins von jeder Seite berechnen

Anders als ein einfacher Zinsrechner löst dieser Zinseszinsrechner die Zinseszinsformel nach jeder der vier Größen auf: Endkapital, Startkapital, Zinssatz oder Laufzeit – je nachdem, welche Frage Sie beantworten wollen.

K(n) = K0 × (1 + i)ⁿ

K0 = Startkapital, i = Zinssatz pro Periode, n = Anzahl Perioden

Typische Fragen, die dieser Rechner beantwortet

  • Wie viel wird aus meinem Kapital in X Jahren? → Modus „Endkapital"
  • Wie viel muss ich heute anlegen, um ein Ziel zu erreichen? → Modus „Startkapital"
  • Welcher Zinssatz ist nötig, um mein Ziel zu erreichen? → Modus „Zinssatz"
  • Wie lange dauert es, bis sich mein Kapital verdoppelt? → Modus „Laufzeit"
Hinweis: Die Berechnung erfolgt vor Steuern (Abgeltungssteuer) und Gebühren – keine Anlageberatung.

Die 72er-Regel: Verdopplungszeit im Kopf schätzen

Eine bekannte Faustregel schätzt die Verdopplungszeit ohne Taschenrechner: 72 geteilt durch den Zinssatz ergibt ungefähr die Anzahl der Jahre bis zur Verdopplung. Bei 6% Zinsen dauert die Verdopplung demnach etwa 72 ÷ 6 = 12 Jahre – der Rechner oben liefert für dieselbe Frage den exakten Wert.

Zinseszins beim ETF-Sparplan

Anders als ein klassisches Sparkonto mit festem Zinssatz unterliegen Aktien- und ETF-Anlagen jährlichen Schwankungen. Historisch gesehen erzielte ein breit gestreuter Aktienindex wie der MSCI World über sehr lange Zeiträume eine durchschnittliche Rendite von etwa 7–8% pro Jahr – dieser Wert ist jedoch eine langfristige Durchschnittsbetrachtung, keine garantierte jährliche Rendite, und einzelne Jahre können deutlich abweichen.

Startkapital vs. Zeit: Was zählt mehr?

Bei gleichem Endkapitalziel wirkt sich ein früherer Start oft stärker aus als ein höheres Startkapital, weil der Zinseszinseffekt über mehr Perioden greift. Nutzen Sie den Modus „Startkapital", um zu vergleichen, wie viel weniger Sie heute anlegen müssten, wenn Sie 5 Jahre früher beginnen.

Nominalzins vs. Realzins: Die Rolle der Inflation

Der hier berechnete Zinssatz ist der nominale Zinssatz. Zieht man die Inflationsrate ab, ergibt sich näherungsweise der Realzins – also der tatsächliche Kaufkraftgewinn. Bei 4% nominalem Zins und 2% Inflation beträgt der Realzins etwa 2%; das reale Kapitalwachstum fällt entsprechend geringer aus als die reine Zinseszinsrechnung zunächst vermuten lässt.

Beispieltabelle: Endkapital bei unterschiedlichen Zinssätzen

10.000 € über 20 Jahre bei jährlicher Verzinsung: bei 2% Zinsen wachsen sie auf rund 14.859 €, bei 4% auf rund 21.911 €, bei 6% auf rund 32.071 € und bei 8% auf rund 46.610 €. Der Unterschied zwischen diesen Sätzen fällt über lange Zeiträume deutlich größer aus, als eine lineare Betrachtung vermuten lässt – ein zentraler Effekt des Zinseszinses.

Zinseszins bei Krediten: Dieselbe Formel, andere Richtung

Dieselbe Zinseszinsformel gilt auch für Schulden: Ein nicht getilgter Kredit wächst nach demselben Prinzip, nur dass hier die Kapitalvermehrung zu Ihren Lasten statt zu Ihren Gunsten erfolgt. Das unterstreicht, warum bei Krediten eine zügige Tilgung besonders wichtig ist, während beim Sparen ein möglichst früher Beginn den größten Hebel bietet.

Stetige vs. diskrete Verzinsung

Die hier verwendete Formel geht von diskreter Verzinsung zu festen Zeitpunkten aus (jährlich, monatlich usw.). In der Finanzmathematik existiert zusätzlich das Konzept der stetigen Verzinsung, bei der die Verzinsung kontinuierlich erfolgt (Grenzwert unendlich vieler, unendlich kleiner Zinsperioden). Für die allermeisten praktischen Anwendungsfälle – Spareinlagen, Kredite, Investitionen – ist die diskrete Betrachtung wie in diesem Rechner die passende und in der Praxis verwendete Methode.

Warum kleine Zinsunterschiede langfristig viel ausmachen

Ein Unterschied von nur einem Prozentpunkt erscheint auf den ersten Blick gering, wirkt sich aber durch den Zinseszinseffekt über Jahrzehnte erheblich aus – wie die Beispieltabelle oben zeigt. Das ist einer der Hauptgründe, warum sich ein Vergleich unterschiedlicher Anlage- oder Kreditangebote selbst bei scheinbar kleinen Zinsunterschieden lohnt.

Zinseszins-Rechner an einem Beispiel: 5.000 €, 4 %, 15 Jahre

Rechnen wir ein konkretes Beispiel Schritt für Schritt durch: K(15) = 5.000 € × 1,04 hoch 15. Der Wachstumsfaktor 1,04 hoch 15 beträgt rund 1,8009, das Endkapital also etwa 9.005 €. Der reine Zinsertrag liegt bei rund 4.005 € – fast so hoch wie die ursprüngliche Einlage. Besonders aufschlussreich ist der zeitliche Verlauf: Nach 5 Jahren stehen rund 6.083 € auf dem Konto, nach 10 Jahren rund 7.401 €, und erst in den letzten 5 Jahren kommen über 1.600 € hinzu. Mehr als die Hälfte des Gesamtwachstums entsteht also in der zweiten Hälfte der Laufzeit – genau das ist der Zinseszinseffekt, und genau deshalb wiegt ein früher Start so schwer. Wenn Sie selbst Zinsen berechnen möchten, nutzen Sie den Zinseszins Rechner oben – geben Sie einfach Startkapital, Zinssatz und Laufzeit ein, das Ergebnis erscheint sofort mit vollständigem Rechenweg.

Zum Vergleich: Bei 6 % statt 4 % Zinssatz wachsen dieselben 5.000 € in 15 Jahren auf rund 11.983 € (5.000 € × 1,06 hoch 15) – also rund 33 % mehr Endkapital aus nur zwei Prozentpunkten Zinsdifferenz. Diesen Zinseszins-Rechner können Sie auch umgekehrt nutzen: Stellen Sie im Modus „Zinssatz" ein, welcher Zinssatz nötig wäre, um aus Ihren 5.000 € in 15 Jahren 12.000 € zu machen – die Antwort liegt bei knapp über 6 %.

Zinsperiode: monatlich oder jährlich – was bringt mehr?

Der Zinssatz allein sagt nicht alles: Entscheidend ist auch, wie oft die Zinsen gutgeschrieben werden. Ein nominaler Zinssatz von 4 % p. a. bei monatlicher Gutschrift bedeutet 0,333 % pro Monat, effektiv also (1 + 0,04 ÷ 12) hoch 12 − 1 ≈ 4,07 % pro Jahr. Auf 10.000 € über 20 Jahre gerechnet: Bei jährlicher Gutschrift werden daraus rund 21.911 €, bei monatlicher rund 22.222 € – ein Plus von etwa 311 € durch die häufigere Zinsperiode. Der so ermittelte effektive Jahreszins ist die ehrlichste Vergleichsgröße, wenn Sie verschiedene Anlage- oder Kreditangebote gegenüberstellen. Der Effekt ist real, aber klein im Vergleich zu Zinssatz und Laufzeit: Zeit bleibt der mit Abstand wichtigste Hebel.

Abgeltungssteuer und Sparerpauschbetrag: Was netto übrig bleibt

Der Zinseszins-Rechner oben rechnet bewusst vor Steuern – in der Praxis schmälern Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag den Ertrag. Kapitalerträge werden pauschal mit 25 % Abgeltungssteuer zuzüglich 5,5 % Solidaritätszuschlag auf die Steuer belastet (Stand 2026); Kirchenmitglieder zahlen zusätzlich Kirchensteuer. Der Sparerpauschbetrag stellt 1.000 € pro Person steuerfrei (2.000 € bei gemeinsam veranlagten Ehepaaren). Rechenbeispiel zu unserem Fall: Von 4.005 € Zinsertrag sind bei einer alleinstehenden Person 3.005 € steuerpflichtig – das ergibt 751,25 € Abgeltungssteuer plus 41,32 € Solidaritätszuschlag, zusammen rund 792,57 €. Netto bleiben etwa 3.212 € Ertrag übrig. Richten Sie unbedingt einen Freistellungsauftrag bei Ihrer Bank ein, damit der Sparerpauschbetrag automatisch berücksichtigt wird und nicht zu viel Steuer einbehalten wird.

Nominalzins, Inflation und Steuern: der ehrliche Endwert

Für die Altersvorsorge zählt nicht der nominale, sondern der reale Endwert nach Inflation und Steuern. Als Faustregel gilt: Realzins ≈ Nominalzins − Inflationsrate. Bei 4 % Nominalzins und 2 % Inflation bleiben näherungsweise 2 % Kaufkraftgewinn pro Jahr – und nach Abzug von Abgeltungssteuer und Solidaritätszuschlag schrumpft dieser Wert noch einmal. Planen Sie langfristige Sparziele deshalb immer mit dem Netto-Realwert statt mit der Brutto-Nominalzahl aus dem Rechner: Nur so erfahren Sie, was Ihr Geld am Ende tatsächlich wert sein wird.

Die hier gezeigte Zinseszinsformel gilt für eine einmalige Anlage ohne weitere Einzahlungen. In der Praxis sparen die meisten Menschen jedoch monatlich – etwa per ETF-Sparplan oder klassischem Sparvertrag. Genau dafür ist unser Sparrechner gedacht: Er berücksichtigt Startkapital, monatliche Sparrate, Zinssatz und Laufzeit gemeinsam und zeigt transparent, wie stark der Zinseszinseffekt auf regelmäßige Einzahlungen wirkt.

FAQ

Häufige Fragen zum Zinseszins

Antworten zu Zinsperioden, Verdopplungszeit und Steuern.

Bei einfachen Zinsen wird nur das ursprüngliche Kapital verzinst. Beim Zinseszins wird der Zins jeder Periode dem Kapital gutgeschrieben und in der Folgeperiode mitverzinst – daraus entsteht exponentielles statt lineares Wachstum.
Nutzen Sie den Modus „Laufzeit” dieses Rechners: Kapital, Zielkapital (das Doppelte) und Zinssatz eingeben, die restliche Zeit wird berechnet. Als grobe Faustregel gilt die „72er-Regel”: 72 ÷ Zinssatz ≈ Jahre bis zur Verdopplung.
Bei gleichem nominalen Jahreszins führt häufigere Verzinsung (z.B. monatlich statt jährlich) zu einem etwas höheren Endkapital, da der Zinseszinseffekt öfter greift. Der Unterschied ist bei niedrigen Zinssätzen gering, wird aber über lange Laufzeiten spürbar.
Nein, dieser Rechner zeigt die Bruttoentwicklung Ihres Kapitals vor Steuern. In Deutschland fällt auf Kapitalerträge in der Regel die Abgeltungssteuer von 26,375% (inkl. Solidaritätszuschlag) an, abzüglich des jährlichen Sparerpauschbetrags.
Endkapital = Startkapital × (1 + Zinssatz ÷ 100)^Laufzeit. Beispiel: 10.000 € bei 5% über 10 Jahre ergeben 10.000 € × 1,05^10 ≈ 16.288,95 €.